Das Thema des Symposiums 2012 – Erfolg und Niedergang eines europäischen Filmzentrums

Januar 12, 2012

Die dänische Filmproduktion war eine der ersten, der der Sprung vom Jahrmarkt zur Unterhaltungsindustrie gelang. 1906 gründete der ehemalige Zirkusakrobat Ole Olsen die Nordisk Films Compani und begründete somit die skandinavische Filmgeschichte. Erfolgreich konnten hier talentierte Filmemacher zusammen mit Theaterschauspielern Filme drehen und produzierten schon bald vor allem melodramatische Spielfilme für den internationalen Markt. Man entwickelte ein Distributionssystem und warb erstmals gezielt mit weiblichen Filmstars wie Asta Nielsen. Motive, die in ihrer visuellen Radikalität und der Thematisierung psychischer Dramen immer wieder das skandinavische Kino charakterisiert haben, sind schon in den frühen Filmen zu erkennen.

Das Team des Stummfilm-Symposiums will vom 11.-12.02.2012 im Karlstorkino vor allem in Gesprächen der Frage nachgehen, wie es dazu kam, dass gerade in einem Land wie Dänemark für eine bestimmte Zeit kreative und innovative Filmregisseure die Gelegenheit fanden, eine ambitionierte und erfolgreiche Filmindustrie aufzubauen, die z.B. der Deutschlands zu diesem Zeitpunkt weit voraus war. Kunst und Kommerz, Tingeltangel und Autorenfilm schienen für einen Moment kein Gegensatz zu sein, ein spannender Moment und eine Weichenstellung in der europäischen Filmgeschichte, die auf diesem Symposium nachgezeichnet werden soll.

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