Stummfilm in Mannheim

Februar 21, 2012

Friedrich Wilhelm Murnau, einer der größten deutschen Stummfilmregisseure, schuf mit seinem 1926 uraufgeführten ‚Faust‘ ein filmisches Werk, das mit seinen beeindruckenden Licht –und Schattenwelten den uralten Kampf zwischen Gut und Böse um die Seele des Menschen darstellt. 1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe geboren, studiert Murnau zunächst Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Berlin und Heidelberg bevor er sich als Darsteller auf die Theaterbühne begibt. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges wendet er sich dem Film zu und innerhalb von zehn Jahren entstehen über zwanzig Filme, von denen viele heute als verschollen gelten. In allen seinen Filmen schimmert deutlich der Einfluss der klassischen Kunstgeschichte durch und auch im ‘Faust’ lassen sich zahlreiche Bezüge zu den Meistern des Manierismus, aber auch zur christlichen Ikonographie herstellen. Nach Motiven von Johann Wolfgang von Goethe, Christopher Marlowe, der Faust-Sage, sowie dem Manuskript „Das verlorene Paradies“ von Ludwig Berger schafft Murnau die Vision einer düsteren mittelalterlichen Welt, in der das Übernatürliche genauso seinen bildlichen Ausdruck findet, wie die Geschichte der Liebenden Faust und Gretchen. Am 25. Februar zeigt die Immanuel-Pfingstberggemeinde zusammen mit der Kineskop Filmschule ‘Faust – Eine deutsche Volkssage’. Mit dieser eindrucksvollen Verfilung der Legende des Faust eröffnet die Pfingstbergkirche Mannheim neue Wege und neue Räume. Murnaus letzter in Deutschland entstandener Film wird dabei live auf der Kirchenorgel von Jan Wilke begleitet. Die Kineskop Filmschule, seit 2009 Veranstalter des Stummfilm-Symposiums in Heidelberg, versucht über die Grenzen des Kinosaals hinweg Räume zu schaffen, die nicht nur Platz bieten, cineastisch Interessierten besondere Aspekte der frühen Filmgeschichte näher zu bringen, sondern vor allen Dingen über bloße Unterhaltung hinaus, zu Reflexion und zum Gespräch einladen. Die Einführung zu diesem ungewöhnlichen Filmerlebnis spricht Maya Dietrich.

Während der inhaltlichen Vorbereitungen zum Heidelberger Stummfilm-Symposium gab es immer wieder die Diskussion darüber, was den dänischen Stummfilm besonders kennzeichnet. Die erste Überlegung, dass die dänischen Filme in den Krisenzeiten Europas eine besondere Beachtung fanden, musste als Konstruktion verworfen werden. Im Verlauf der Gespräche und beim Sichten zahlreicher Filmbeispiele fiel jedoch ein Moment auf, das m.W. bisher auch kaum in der Literatur näher beschrieben wurde: der gebrochene Mann als die Rekonstruktion der patriarchalen Familie.

Es fällt auf, dass Regisseure wie August Blom, Benjamin Christensen oder Anders Wilhelm Sandberg in ihren Filmen Männerposen inszenieren, in denen die Protagonisten sich zwar den Erwartungen an ihre Rolle stellen, jedoch durch Umstände, Intrigen und verborgene Interessen übervorteilt werden, scheitern, zerbrechen oder in akute Lebensgefahr geraten. Erst durch das beherzte Eingreifen oder gar das Opfer einer geliebten Frau, in der Regel der Ehefrau, werden diese Männer gerettet. Die Männer insistieren nach der überstandenen Gefahrensituation nicht auf abstrakte Begriffe wie der Ehre und Familie, sondern sind lediglich ein Teil im Bild der wiedergefundenen Harmonie.

Durch den Mut der Frau widerfährt dem männlichen Protagonisten somit eine versöhnende Gerechtigkeit, die durch das Leiden und die Gefahren in Frage gestellt wurde. Die Wiederherstellung eines gerechten Sinnzusammenhangs wird schließlich zu einer Apotheose der Familie. Man mag darüber irritiert sein, schmunzeln oder solche Vorstellungen als kleinbürgerliche Ideologie der Massenunterhaltung verurteilen, doch in der konsequenten Erzählweise verweisen sie auf zwei Aspekte:

a) dass die Beliebtheit dieser Erzählungen auf eine Sehnsucht nach familiärer Stabilität aufmerksam macht, die wiederum die Erschütterung der traditionellen Familie im frühen 20. Jahrhundert verdeutlicht und
b) dass die patriarchale Rolle des Mannes in Dänemark offensichtlich früher als in anderen europäischen Ländern in Frage gestellt wurde.

Männer - in der Pose des Unterhalters bleibt nur die enttäuschte Erschöpfung

So überrascht es denn auch nicht, dass man in Dänemark schon 1915 das Frauenwahlrecht einführte (Deutschland 1918/19, USA 1920 und Großbritannien 1928). Während man in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg das Trauma des gesellschaftlichen Umbruches durch männliche Allmachtsphantasien (z.B. “Das Cabinett des Dr.Caligari”(1920), “Die Spinnen” (1920) oder “Dr.Mabuse” (1921/22)) beschreiben und bannen wollte, war man hingegen in Dänemark z.B. mit einem Film wie “Klovnen” (1926) melancholischer, vor allem aber pointierter.

Zweifellos wurden die dänischen Filme mit dem kommerziellen Niedergang der Nordisk Films Kompagni von der Konkurrenz in den Schatten gestellt. Filmtechnische und künstlerische Innovationen wurden jetzt an anderen Orten entwickelt und neue Chancen fanden sich nun andernorts. Das Abwandern von Regie- und Schauspielertalenten von Skandinavien nach Deutschland, Frankreich und in die USA erzählt davon, doch bleibt der Eindruck, dass die schönsten Momente der Intimität immer noch von dänischen Regisseuren inszeniert und fotografiert wurden. Die Gelassenheit zu einem ruhigen Blick, der weniger das Spektakuläre sucht, sondern sich durch ein Gespür für die Intensität des seelischen Konfliktes auszeichnet, ist eine Besonderheit, die das dänische Kino auch heute noch auszeichnet.

von Christoph Makowski
Wie so viele Genossen seiner Zunft war auch bei Benjamin Christensen nicht vorherzusehen, dass er einmal als einer der größten dänischen Stummfilmregisseure und Horrorfilmpionier in die Geschichte des Zelluloids eingehen wird.
Als jüngstes von zwölf Kindern wuchs Christensen in der Stadt Viborg in Dänemark auf. Nachdem Besuch eines christlichen Gymnasiums wollte Christensen Mediziner werden und ging, um dieses Vorhaben in die Tat um zusetzten, nach Kopenhagen an die Universität. Doch schnell erkannte er, dass er lieber Opernsänger werden wollte. Während seiner täglichen Rasur sang Christesen aus vollem Hals und wurde vom Opernsänger Nyrop entdeckt. Dieser überzeugte ihn von einer Gesangsausbildung. Bereits 1901 wurde Christensen am Kongelige Teater (Königliches Theater Kopenhagen) aufgenommen, wo er im Mai 1902 in der Rolle des Masetto in Mozarts Don Giovanni debütierte. Trotz seines von vielen Seiten bescheinigten Talentes musste Christensen wegen einer schweren Krankheit, die es ihm nicht ermöglichte unter Stress zu singen, seine Karriere beenden.

Im Jahr 1904 heiratete Christensen die Schauspielern Ellen Arctander, mit der er zwei Kinder hatte. Um seine Familie zu ernähren, nahm er Gelegenheitsjobs an. Er war Lektor für eine Tageszeitung und exportierte Kartoffeln nach Deutschland. Schließlich fand er eine besser bezahlte Arbeit als Vertreter von französischem Wein und Sekt. Dieser Job öffnete ihm auch die Tür in die gehobene Gesellschaft.

Nach seiner Opernkarriere arbeitete Christensen auch noch als Schauspieler an einem Theater in Århus. Dort sammelte er auch erste Erfahrungen als Regisseur. Doch der Schritt vom Theater zum Film war zu diesem Zeitpunkt für Christensen nicht vorstellbar. Wenn man der Geschichte glauben darf, war Asta Nielsen diejenige, die Christensen vom „Filmvirus“ infiziert hatte. Während die Dreharbeiten zu Urban Gads „Afgrunden“ (1910) in vollem Gange waren, soll Christensen Asta Nielsen, die in einer Szene von der Polizei abgeführten wurde, irrtümlicherweise zur Hilfe geeilt sein. Somit platze er in die Dreharbeiten. Ob dieses Ereignis wirklich so vorgefallen ist, vermag niemand mehr zu sagen. Fakt ist jedoch, dass Christensen von dem Spiel Asta Nielsens so angetan war, das er sich entschied selber Filme zu drehen. Im selben Jahr begann er mit der Arbeit an seinem ersten Drehbuch.

Wegen seiner Stimmerkrankung stellte der Stummfilm genau das richtige Medium dar, um sich künstlerisch zu entfalten. In der Zeit von 1912 bis 1915 spielte Christensen in einigen Filmen mit. Während seiner schauspielerischen Tätigkeit arbeite er auch als Drehbuchschreiber für die Dansk Biografkompagni in Hellerup, die er 1913 übernahm. Dort drehte er dann auch seinen ersten Film „Det hemmelighedsfulde X“ (1914). Gleich mit seinem ersten Film schaffte er den Durchbruch. „Det hemmlinhedsfulde X“ wurde zum erfolgreichsten Film des Jahres und Benjamin Christensen zum kommenden Star des dänischen Stummfilms erkoren.

Die hohen Erwartungen konnte er mit seinem zweiten Film „Hævnens nat“ (1916) bestätigen. Wie bereits in seinem Debütfilm experimentierte Christensen auch hier mit Licht und Schatten. Die Handlung erzählt von einem zu Unrecht Eingesperrten, der nach etlichen Jahren als gebrochener, ergrauter Mann aus dem Gefängnis frei kommt und auf der Suche nach seinem Sohn ist. Wie so häufig spielt Christensen die Hauptrolle selbst und durch sein authentisches Spiel wusste er die Zuschauer zu begeistern. Mit „Hævnens nat“ gelang Christensen auch in den USA der Durchbruch und Hollywood wollte ihn sogleich unter Vertrag nehmen, doch Christensen lehnte ab, denn er konnte seine nächste Filmidee nicht in den USA verwirklichen. Christensen wollte eine Trilogie über die Geschichte des Aberglaubens drehen. Der erste Film sollte „Häxan“ (1922) werden, darauf sollten „Helgeninde“ (dt.: Heilige) und „Ånder“ (dt.: Geistlichkeit) folgen.
Christensen ging zurück nach Dänemark, doch auch da war kein Geld für sein ehrgeiziges Projekt, denn durch den 1. Weltkrieg und die Seeblockade, kam die dänische Filmwirtschaft zum Erliegen. So machte sich Christensen auf die Suche nach einem Geldgeber und wurde in Schweden bei Charles Magnusson fündig. Nach langer Recherche und ebenso langem Dreh wurde „Häxan“ (1922) veröffentlicht. Die Kritiken vielen sehr unterschiedlich aus, jedoch verbaute sich Christensen auf Grund der immensen Kosten für den Film die Möglichkeit, die anderen beiden Filme seiner Trilogie zu drehen.

Betrachtet man sich die ersten drei Filme aus Christensens dänischer Schaffenszeit, wird sein hervorgehobene Rolle in der dänischen Filmlandschaft deutlich. Nicht nur, dass er seine Drehbücher selber schrieb und die Hauptrollen selber verkörperte, er schaffte es auch durch geschicktes Einsetzen von Licht und Schatten ein einzigartiges Filmerlebnis für seine Zeitgenossen zu vermitteln. Gepaart mit seiner Akribie und dem unbedingten Willen, das perfekte Ergebnis zu erreichen, wurden seine Filme stets zu Mammutprojekten. Wurden Filme seinerzeit in Dänemark in weniger als einem Monat abgedreht und geschnitten, so brauchte Christensen für seine Arbeiten mehrerer Monate. Allein für „Häxan“ benötigte er eine reine Drehzeit von drei Jahren. Darüber hinaus waren seine Filme stets durch ein immenses finanzielles Budget begleitet und so war „Hævnens nat“ neben „Atlantis“ von August Blom der teuerste Film, der jemals in Skandinavien gedreht wurde. Beide wurden erst 1922 von „Häxan“ übertroffen.

Auch seine Arbeit am Set mit den Schauspielern war von einer Härte geprägt, die für die damalige Zeit ungewöhnlich war. Er ließ Szenen immer und immer aufs Neue wiederholen, bis er das perfekte Ergebnis im Kasten hatte. Bei den Dreharbeiten zu „Häxan“ soll er die Hauptdarstellerin, die 78-jährige Maren Petersen mit einem Seil am Bein über das Set geführt haben, damit sie sich richtig bewegt. Auch die anderen Schauspieler wurden von ihm nicht besser behandelt. Um eine authentisch hysterische Stimmung in „Häxan“ zu erreichen ließ er die Schauspieler mehrere Stunden nach dem Schminken warten, bevor er sie ans Set holte. Dann ließ er sie spielen und brach regelmäßig die Arbeiten ab. Zu diesem Zeitpunkt war kein Meter Film verarbeitet worden. Schlussendlich hatte er seine Schauspieler so weit, wie er sie haben wollte und nachts um 4 Uhr legte er den Rohfilm in die Kamera ein und es konnte mit den Dreharbeiten begonnen werden.

Nach dem Niedergang der skandinavischen Filmwirtschaft ging Christensen nach Deutschland, wo er in Dreyers Film „Michael“ (1924) die Hauptrolle spielte. Bei den Filmen: „Seine Frau, die Unbekannte“ (1923) und „Die Frau mit dem schlechten Ruf“ (1925) führte er Regie, bevor der dem Werben Hollywoods nachgab und dort sieben Filme in der Zeit von 1926 bis 1929 drehte. Mit seinen amerikanischen Filmen, die alle samt in der Tradition von „Häxan“ standen, festigte er seinen Ruf als Horrorfilmpionier. Mit dem Ende des Stummfilms erging es Christensen wie so vielen anderen Regisseuren und Schauspielern. Christensen drehte bis 1939 keinen weiteren Film Er verließ Hollywood und ging zurück nach Dänemark. Dort drehte er bis 1942 vier Filme, die jedoch nicht mehr an den Erfolg seiner Stummfilme reichten. Nach schlechten Kritiken beendete er seine Filmkarriere und wurde Direktor eines Kopenhagener Vorstadtkinos.

Filme:
Det hemmelighedsfulde X (1914)
Hævnens nat (1916)
Häxan (1922)
Seine Frau, die Unbekannte (1923)
Michael (1924) – Darsteller
Die Frau mit dem schlechten Ruf (1925)
The Devil’s Circus (1926)
Mockery (1927)
The Haunted House (1928)
The Hawk’s Nest (1928)
The Mysterious Island (1929)
House of Horror (1929)
Seven Footprints to Satan (1929)
Skilsmissens børn (1939)
Barnet (1940)
Gå med mig hjem (1941)
Damen med de lyse Handsker (1942)

von Luca Klopfer und Nadé Tounsi

Für einen kurzen Zeitraum blickt kurz nach ihrer Geburt die Entwicklung des internationalen Kinos gen Norden: In seiner frühen Blüte entstehen im Dänemark der 1910er Jahre Produktionsstrukturen von erstaunlicher Vitalität und Größe, Filme von erstaunlicher Innovation und Modernität. Mädchenhandel, Prostitution und Skandal im Sinne früher Sensationsfilme mit aufklärerischer Nebenintention sind genauso zu sehen wie Jahrmärkte, bewaffnete Clowns und in extremen Fällen gar der Teufel. Im Mittelpunkt steht freilich dennoch die Herausbildung einer erzählerischen Filmsprache des sittlichen Melodramas. Besonders einfallsreich zeigen sich die Dänen in ihrer Fähigkeit, erstmalig in Europa, und vor Hollywood, eine öffentlichkeitswirksame Gruppe von Publikumslieblingen und Stars wie Valdemar Psilander oder die auch in Deutschland bekannt gewordene Asta Nielsen zu bilden.
Alles begann im Jahre 1906 mit der Gründung der Nordisk Films Kompagni durch den Kinobetreiber Ole Olsen, welcher diese für das Filmgeschäft so immens wichtige strukturgebende Instanz durch sämtliche Jahre ihres Erfolges – und dieser war beträchtlich – leitete. Sie warb Regisseure an, lockte große Schauspieler aus den Theatern vor die damals noch künstlerisch verpönte Kamera und finanzierte fast sämtliche gute Produktionen der ersten Jahre. Die Bedeutung des Dänischen Films stieg soweit, dass in den Jahren des höchsten Erfolges 1910 – 1917 die Nordisk nach der französischen Pathé als zweitgrößte Produktionsgesellschaft der Welt galt. Mit Der Weiße Sklavenhandel(1910), einem Sensationsfilm von Welterfolg, der indessen heute kaum mehr ansehbar ist, oder August Bloms Atlantis(1913), der einem Drehbuch des im Jahre zuvor mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten Gerhart Hauptmann folgte, begann vor allem ein bürgerliches Publikum sich zunehmend für Filme zu interessieren. Die in Kopenhagen überall entstandenen Filmpaläste elitarisierten sich zunehmend, sodass der Kinobesuch vermehrt zur Möglichkeit gutbürgerlicher Unterhaltung und Abendgesellschaft wurde.
Doch nicht lediglich gesellschaftlicher Erfolg zeichnet die erste Blüte des Dänischen Films aus: Einer jungen Kunst, welche noch wenig festgelegte ästhetische Richtlinien kannte, war alle Möglichkeit zum Experiment gegeben. Eine stark innovative Beleuchtung, beinah ins Expressionistische reichende Aufnahmen langer Schatten oder die Verwendung von Lichtsilhouetten wie in Benjamin Christensens Spionagefilm Das geheimnisvolle X bezeugen eine stark in die Zukunft weisende Experimentierfreudigkeit. Auch finden sich, wie z.B. im zauberhaften Goldenen Clown(1926), zur Erweiterung des durch den Zwang der statischen Kamera leider recht starren Raum häufig Spiegel an den Wänden entdecken, welche zahlreiche Bedeutungsperspektiven eröffnen.
So sah diese frühe Hochzeit des dänischen Films ebenfalls die überragende Gestalt dänischer Filmkunst aufsteigen: Carl Theodor Dreyer gestaltete seine epochemachenden Werke zwar später im Ausland, in dieser Zeit in Dänemark lernte er jedoch als Journalist und Regisseur den Film kennen und beherrschen, was in Filmen wie Blätter auf dem Buche Satans(1926) oder Ehret Eure Frauen(1925) bereits ersichtlich wird.
Spätestens im Jahre 1917 zeitigte sodann sich bereits der Abstieg: das stark auf das Exportgeschäft sich verlassende Dänemark fand in Jahren des Krieges nur noch wenig Abnehmer, besonders im deutschen Reich, wo dänische Filme sich traditionell so großer Beliebt erfreuten, brach der Absatz ein. Zudem erwies sich das Konzept zunehmend moralisierender und geradezu viktorianisch keuscher Melodramen als künstlerisch frustrierend. Produzierte die Nordisk noch im Jahre 1914 125 Filme, waren es 1919 nur noch 39 und ein Jahr später gar noch 8. So endete ein Jahrzehnt spannender Innovationen und internationaler Bedeutung der dänischen Stummfilmzeit.

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